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Die New England Patriots und Deutschland - eine ganz besondere Verbindung

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Sebastian Vollmer, der bekannteste deutsche Footballspieler, konnte mit den Pats zwei Super Bowls gewinnen. Außerdem war das Team zumindest für kurze Zeit Heimat von Kumpel Markus Kuhn – und neuerdings spielt mit Jakob Johnson wieder ein Deutscher für die Pats. Das gab es noch nie. In New England weiß man aber nicht nur die deutschen Spieler zu schätzen, sondern vor allem die deutschen Fans. Keine Franchise kümmert sich mehr um die Anhänger hierzulande als die New England Patriots.

Die deutschen Spieler bei den Patriots

Zu Beginn der Saison 2019 sorgt ein junger Schwabe bei den Patriots für ordentlich Aufsehen: Fullback Jakob Johnson hat früher bei den Stuttgart Scorpions, dann am College in Tennessee und dann wieder für die Scorpions in der GFL gespielt. Er hatte sich bereits auf eine Karriere als Sanitäter eingestellt, bis er von der NFL eine Chance über das International Pathway Program (IPP) bekam und letztlich im Kader der Patriots landete.

Jakob Johnson in seinem ersten NFL-Spiel.
Jakob Johnson in seinem ersten NFL-Spiel.

Seit 2017 gibt es dieses Programm, das nicht-amerikanischen Sportlern die Möglichkeit geben soll, sich für die NFL zu empfehlen. Aus Deutschland waren zuvor schon einige Jungs dabei: Eric Nzeocha, Chris Ezeala und Moritz Böhringer schafften bereits den Sprung ins Practice Squad anderer Teams – nur Jakob Johnson wurde jedoch bisher in den aktiven Kader berufen und spielt tatsächlich in der Regular Season für den amtierenden Super-Bowl-Champ. Eine unglaubliche Geschichte, die auch in den USA immer wieder Thema ist.

Bill Belichick war zunächst nicht sonderlich begeistert, einen internationalen Spieler über das Pathway Program zugewiesen zu bekommen. Doch Jakob konnte den mürrischen Head Coach schnell von sich überzeugen. Im Interview schwärmt der Rekord-Coach sogar richtig von dem deutschen Fullback: "Was er in so kurzer Zeit geschafft hat, ist bemerkenswert. Er arbeitet extrem hart. Er ist morgens immer einer der ersten hier."

Als erster beim Training? Den Tipp hat Jakob Johnson von keinem Geringeren als Sebastian Vollmer bekommen – und der muss es wissen.

Ein spezielles Programm für nicht-amerikanische Spieler, die es in die NFL schaffen wollen; So etwas gab es noch nicht, als Sebastian Vollmer seine ersten Schritte in Richtung Profi-Football machte. Der in Kaarst geborene, zweifache Super-Bowl-Champ fing im Alter von 14 Jahren mit Tackle Football an, spielte später bei den Düsseldorf Panther und schaffte dann den Sprung aus Deutschland an ein US-College. An der University of Houston spielte er zunächst als Tight End, wechselte dann aber schnell auf die Position des Left Tackles und wurde zum Stammspieler für die Houston Cougars.

Sea Bass war sieben Jahre lang ein wichtiger Bestandteil der Patriots und sorgte als Left beziehungsweise Right Tackle dafür, dass Quarterback Tom Brady beschützt wird. 88 Spiele hat er im Dress der New England Patriots absolviert, ganze 80 davon als Starter. Kein Wunder, dass er bei den Verantwortlichen großen Eindruck hinterlassen hat.

Sebastian Vollmer und Tom Brady sind Freunde geblieben.
Sebastian Vollmer und Tom Brady sind Freunde geblieben.

"Wir vermissen ihn. Er ist ein großartiger Spieler, tough und ein toller Mannschaftskollege. Ich habe viel Respekt für Sea Bass", sagte Bill Belichick nach Vollmers Karriereende. Team-Besitzer Robert Kraft freute sich 2018 im Gespräch mit seinem ehemaligen Offensive Tackle: "Sebastian, du hast so viel für uns geleistet." Und wie wichtig der Deutsche für das Team war, zeigt auch seine enge Verbindung zu Tom Brady, der sogar das Vorwort für Vollmers Buch "German Champion" verfasste.

Sebastian Vollmer: Patriots-Botschafter für Deutschlan

Selbst nach dem Ende seiner Footballkarriere ist Sebastian Vollmer weiterhin Teil des Patriots-Universums: Gemeinsam mit Markus Kuhn kommentiert er seit 2017 die Preseason-Spiele seines ehemaligen Teams für die deutschen Fans – live und kostenlos. Kuhn, der aus Mannheim stammt und den Großteil seiner NFL-Karriere bei den New York Giants verbrachte, war im Jahr 2016 ebenfalls kurze Zeit Spieler der New England Patriots. Im April unterschrieb der Defensive Tackle bei den Pats, überstand aber leider die finalen Kader-Cuts nicht und wurde kurz vor Saisonbeginn 2016 wieder entlassen.

Vollmer ist der wichtigste Botschafter der Patriots in Deutschland, wie auch Robert Kraft offen und ehrlich zugibt. "Du hast uns einen neuen Markt eröffnet. Ich fühle mich zu Deutschland hingezogen. Wir haben eine Verbindung dazu gespürt und wussten, dass wir durch dich hier expandieren können", erklärte Kraft gegenüber Vollmer. Längst sind die Patriots das beliebteste Team der Bundesrepublik, was sicher nicht nur an Sea Bass, aber eben auch an ihm liegen dürfte.

Robert Kraft weiß, was er an Sebastian Vollmer hat.
Robert Kraft weiß, was er an Sebastian Vollmer hat.

Und Robert Kraft meint es ernst, wenn er von einer Verbindung nach Deutschland spricht. Als erstes NFL-Team überhaupt haben die Patriots deutschsprachige Social-Media-Kanäle ins Leben gerufen, um ihre Fans hierzulande besser zu erreichen. Es gibt Gewinnspiele für Pats-Fans in Deutschland, exklusive Inhalte auf der Team-Website, Grüße an die deutschen Fans aus der Kabine und immer wieder besondere Highlights, wie zum Beispiel die längst legendäre "School of German". Eine Videoreihe, in der Sebastian Vollmer Stars wie Tom Brady, Julian Edelman oder Rob Gronkowski Deutsch beibringt – mal mehr und mal weniger erfolgreich.

"Ich will, dass wir das erste Team sind, das in Deutschland spielt"

Unter deutschen Footballfans wird es schon lange diskutiert und immer wieder gefordert: Das erste NFL-Spiel in Deutschland. In London finden 2019 ganze vier reguläre Spiele statt, da liegt ein Duell in der Bundesrepublik doch ebenfalls nahe? Robert Kraft sieht das offenbar ähnlich und hat sich bereits mehrfach für ein Spiel seiner Patriots in Deutschland ausgesprochen.

"Ich hoffe, die Patriots werden das erste Team sein, das in Deutschland spielen wird", so Kraft gegenüber Vollmer. "Ich habe vor Kurzem schon mit dem NFL-Commissioner darüber gesprochen, über deine Beteiligung und wie die Spiele in Deutschland übertragen werden. Ich habe den Eindruck, er ist bereit dazu, es zu ermöglichen. Ich liebe es, unser Team, unsere Marke und den Wettkampf in entfernte Märkte zu bringen."

Im Interview mit ran erklärte Kraft außerdem, dass es sich dabei nicht nur um eine reine Business-Einstellung handelt. "Tatsächlich habe ich eine persönliche Verbindung zu Deutschland. Wir hatten ein großes Büro in Hamburg. Und Hamburg ist Boston sehr ähnlich. Auch deswegen haben wir eine starke Connection zu unseren deutschen Freunden und besonders zu den deutschen Patriots-Fans."

Die deutschen Pats-Anhänger dürfen also gespannt bleiben – vielleicht kommt das Team wirklich bald über den großen Teich. Sollte es bis dahin doch noch etwas länger dauern, ist aber weiterhin sicher: Die Verantwortlichen der New England Patriots wissen ganz genau, mit wieviel Leidenschaft und Liebe die Fans hierzulande das Team unterstützen – und wollen das auch weiterhin belohnen.

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