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Legendäre Schlechtwetterspiele: Die verrücktesten Patriots-Partien

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Wer in der AFC East spielt, muss wetterfest sein. Das hat die Partie der Patriots am 13. Spieltag der Saison 2021 einmal mehr bewiesen. Bei starkem Wind, eisigen Minusgraden und angeführt von einem Quarterback, der zuvor vielleicht noch nie Schnee gesehen hatte, bestanden die Patriots im hohen Norden der USA.

Es war nicht das erste Mal, dass New England trotz schlechten Wetters die Kontrolle behielt. Hier kommen die fünf denkwürdigsten Pats-Spiele bei extremen Wetterbedingungen.

5. Mac Jones sieht zum ersten Mal Schnee (2021)

Der Rookie-Quarterback der Patriots wuchs in Jacksonville auf und besuchte anschließend die University of Alabama. Weder Florida noch Alabama sind bekannt als besonders kalte US-Bundesstaaten, die im Winter von Schneestürmen und Eiseskälte heimgesucht werden. Kein Wunder also, dass Jones 2015 folgenden Tweet absetzte:

Jetzt, rund sechs Jahre später, ist diese Aussage veraltet. Spätestens beim Spiel gegen die Bills (13. Spieltag der Saison 2021) in Buffalo hat der Quarterback zum ersten Mal Schnee gesehen – und dann ein denkwürdiges Spiel erlebt. Der Wind pfiff mit über 60 Kilometern pro Stunde durchs Highmark Stadium. Field-Goal-Versuche segelten weit an den gelben Stangen vorbei, Punts flogen mit dem Wind entweder übers Ziel hinaus oder gegen den Wind fast gar rückwärts, Pässe eierten nur so durch die Luft.

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Bill Belichick wusste sich zu helfen. Von 49 Spielzügen der Patriots-Offensive waren 46 Läufe. Mac Jones' Hauptbeschäftigung: Ballübergaben. Ganze dreimal holte er gegen die Bills zum Wurf aus. Zwei Pässe fanden für insgesamt 19 Yards ihr Ziel. Die Patriots liefen ihren Gegner an diesem Abend schlicht und einfach in den gefrorenen Grund und Boden. Mit Erfolg, denn sie besiegten die Bills mit 14:10.

"Hut ab an unsere Offensive, mit Ausnahme von vielleicht Mac. Er hat ja nix gemacht, außer Bälle übergeben", sagte Quarterback-Jäger Matt Judon nach dem Spiel mit einem Grinsen im Gesicht.

4. Vom Winde verweht (2008)

Bills gegen Patriots in Buffalo rund um den Jahreswechsel – da war doch was! Schon 2008 hatte beim Aufeinandertreffen der zwei AFC-East-Teams der Wind so durchs Stadion geblasen, dass sich die Balken bogen … und sogar verschoben.

Diesmal erreichte der Wind Berichten zufolge bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Die Warnskala des Deutschen Wetterdienstes hat dafür nur noch eine Kategorie übrig: Orkan. Auswirkungen sind dann oftmals schwere Verwüstungen. In Buffalo waren es nur die gelben Torstangen, die dem Druck der Böen nachgaben.

Scott Hanson, heute Moderator der legendären NFL RedZone, erinnerte sich, wie er damals im Stadion war und beobachtete, dass die Platzwarte mit einem Gabelstapler und Seilen die Torstangen wieder gerade zogen. Diese Prozedur mussten sie im Spiel wiederholen, als die Patriots zum Field-Goal-Versuch antreten wollten.

Apropos Field Goal: Rian Lindell (Bills) und Stephen Gostkowski (Patriots) verschossen trotzdem "nur" zwei ihrer insgesamt vier Kicks. Highlight war der Versuch von Lindell im zweiten Viertel, der sich erst leicht nach links gegen den Wind lehnte, dann aber noch vor den Stangen eine scharfe Rechtskurve machte und im Publikum landete.

3. Die Zerstörung der Titans (2009)

Wir alle kennen die Redewendung, nach einer Blamage im Erdboden versinken zu wollen. Im Regelfall ist das eher schwer umsetzbar, doch der 18. Oktober 2009 stellte eine Ausnahme dar. Im Schneefall von Foxborough liefen Tom Brady und die Patriots heiß und schenkten den Titans alleine im zweiten Viertel fünf Touchdown-Pässe ein.

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Es war ein Winter-Wunderland für Patriots-Fans. Nur die Spieler aus Tennessee hätten sich wohl am liebsten in einem Berg aus Schnee verbuddelt.

2. Der Snow Bowl (2002)

Ein Schneespiel, das weniger wegen des herrlichen Winterschauspiels und mehr wegen einer Kontroverse zu einem historischen Ereignis wurde: der Snow Bowl. Warum er auch als "Tuck Rule Game" (siehe 5.) bekannt ist, steht im verlinkten Artikel.

Und jetzt zum Wetter: Vielleicht wollte der Himmel weinen, denn es war das Abschiedsspiel vom altehrwürdigen Foxboro Stadium, an dessen Stelle heute das Gillette Stadium steht. Doch die kalten Temperaturen verwandelten das Wasser zu Eis. Im heftigen Schneefall von New England gewannen die Patriots das Playoff-Duell gegen die Oakland Raiders am 19. Januar mit 16:13 nach Overtime. Im fußhohen Puderschnee hatte vor dem spielentscheidenden Field Goal von Kicker Adam Vinatieri und dem fantastischen Schneeengel von Long Snapper Lonie Paxton kein Quarterback das Werfen eingestellt.

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Und überhaupt sah die Partie auf dem Papier überhaupt nicht aus wie ein Spiel, das von den Witterungsverhältnissen beeinflusst worden war. Vinatieri verwandelte selbst ein Field Goal aus 45 Yards durch den wirbelnden Schneesturm hindurch, um das Spiel in die Overtime zu retten. Und der junge Tom Brady brachte in seinem ersten K.-o.-Spiel als Profi 32 von 52 Pässen an den Mann. Absolutes Kontrastprogramm zum ersten Winterspiel von Mac Jones.

1. Das Schneepflug-Spiel (1982)

Die Hall of Fame der New England Patriots ist ein Ort der Legenden, an dem Spieler und Trainer verewigt sind, historische Momente und denkwürdige Szenen, unglaubliche Rekorde und umjubelte Meisterschaften – und ein Schneepflug.

Es war der 12. Dezember, Patriots gegen Dolphins in Foxborough. Heftiger Regen vor dem Spiel und ein Schneesturm am Spieltag hatten das Spiel- in ein Eisfeld verwandelt. Oben weicher Puder, unten drunter hartes Eis. Aus der Not heraus boten die Patriots damals allen, die zum Schneeschippen kamen, ein Gratis-Ticket und zehn US-Dollar. Doch selbst mit Hilfe der Fans kam die Franchise nicht gegen die Schneemassen im Schaefer Stadium an. Also erlaubten die Schiedsrichter den Einsatz eines Schneepflugs, der eigentlich eher ein Traktor mit Bürste vorne dran war, damit zumindest die Linien des Spielfelds erkennbar wurden.

Als es kurz vor Ende immer noch 0:0 stand – keine Mannschaft konnte den Ball so richtig bewegen – kam Patriots-Quarterback Steve Grogan auf die Idee, der Fahrer des Schneepflugs solle Stück des Feldes räumen, damit Kicker John Smith nicht auf Schnee seinen Field-Goal-Versuch kicken muss. Der Mann am Steuer des Traktors, Mark Henderson (eigentlich Gefängnisinsasse wegen Einbruchs und nur durch ein Arbeitsprogramm für Häftlinge im Stadion) tat wie ihm befohlen wurde und räumte statt der Linien einfach einen Streifen genau dort frei, von wo kurze Zeit später Pats-Kicker Smith aus 33 Yards seinen Versuch zum 3:0-Endstand verwandelte.

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Henderson ist in Patriots-Kreise inzwischen eine Legende – und sein ehemaliges Arbeitsgerät in der Hall of Fame der Patriots verewigt. Ein Jahr nach seinem historischen Einsatz wurde die Benutzung von Schneepflügen während des Spiels übrigens verboten.

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