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Wie Jakob Johnsons NFL-Traum in Erfüllung ging

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Dies ist die Geschichte eines jungen Mannes aus dem Schwabenland, der erst spät die perfekte Sportart für sich entdeckte, mit ihr abschloss, sie wiederentdeckte – und so seinen Traum verwirklichte. Erst in Stuttgart, dann in Jacksonville (Florida), dann in Knoxville (Tennessee) und schließlich in Foxborough. Es ist die Geschichte des deutschen Patriots-Fullbacks Jakob Johnson.

Diese Geschichte beginnt in Stuttgart. Sie beginnt mit einer Jugendmannschaft, angeführt von einem Spieler mit dem Namen Florian Hansen. Hansen begann als 12-Jähriger in Pforzheim im Südwesten Deutschlands mit dem Football. Aber schon wenige Jahre später wechselte das Talent nach Stuttgart zu den größeren Scorpions, zum Bundesliganachwuchs. Während seiner Teenagerzeit entwickelte sich Hansen als junger Mann und als Spieler weiter, wurde zu einer Führungspersönlichkeit im Team der Scorpions und sammelte erste Erfahrung in der Erwachsenenmannschaft.

Viele seiner Mitspieler bewunderten Hansen sowohl für seine Leistungen auf dem Spielfeld als auch für den Menschen, zu dem er wurde. Nach seinem Schulabschluss bereitete sich Hansen auf eine militärische Laufbahn vor, während er weiterhin für die Scorpions spielte. Am Morgen des 18. Februar 2013 stieß Hansen auf einer deutschen Bundesstraße frontal mit einem Lastwagen zusammen. Er starb noch am Unfallort, nur drei Monate vor seinem 21. Geburtstag.

"Wir beschlossen als Team, ihn zu ehren und trugen seine Trikotnummer 44 auf unseren Helmen", erinnert sich Patriots-Fullback Jakob Johnson, einer der ehemaligen Scorpions-Teamkollegen des verstorbenen Hansen. "Florian Hansen war einer unserer besseren Spieler, ein wirklich talentierter Kerl … einer dieser Jungs, zu denen jeder aufschaute. Seine Familie war sehr stark in das Team eingebunden. Sein Vater war unser Teammanager und organisierte alle Reisen des Teams und so weiter. Als ich die Chance hatte, in die USA zu kommen und für die University of Tennessee zu spielen, habe ich mich entschieden, Florians Nummer auf dem Trikot zu tragen. Er hat eine entscheidende Rolle auf meinem Football-Lebensweg gespielt."

Als Johnson als 13-Jähriger sein erstes American-Football-Spiel im Fernsehen sah – den Super Bowl XLII zwischen den New York Giants und den New England Patriots – konnte er nicht ahnen, dass er eines Tages das Trikot eines dieser Teams tragen würde. Doch heute, während seine NFL-Karriere aufblüht, kann Johnsons unwahrscheinliche Reise von Stuttgart über Jacksonville und Knoxville nach Foxborough bereits als eine der bemerkenswertesten in der Geschichte der Patriots angesehen werden.

Endlich dazugehören

Wie die meisten gesunden, aktiven deutschen Kinder spielte Jakob in seiner Jugend Fußball, aber auf dem Spielfeld und abseits davon passte er buchstäblich nie richtig rein in diesen Sport. Die Mannschaft, für die er spielte, schien keine Trikots zu haben, die für seine überdurchschnittliche Größe geeignet waren. "Alle Shorts sahen an mir wie Hotpants aus. Alle T-Shirts waren viel zu eng. Ich habe immer herausgestochen", erinnert er sich. "Und da ich das größte Kind auf dem Spielfeld war, gaben mir die Schiedsrichter mehr gelbe Karten, als ich verdient hatte, nur weil ich stärker war als alle anderen."

Fußball bedeutete für Jakob keinen Spaß. Die Tatsache, dass er größer und stärker war als die meisten seiner Mitschüler, brachte Jakob auch in der Schule unerwünschte körperliche Herausforderungen. Manchmal wurde er in Kämpfe verwickelt, die seine schulische Laufbahn ins Wanken brachten. Jakobs Lehrer ermutigten seine Mutter, ihn mit so vielen Sportarten wie möglich zu beschäftigen, um einige dieser Probleme zu lösen. Neben Fußball versuchte er es mit Basketball und Ringen, aber nichts schien ihn wirklich zu packen oder seine Aggressionen zu lindern.

Jakob (far left middle) enjoys an off-field moment with loved ones and friends, including former Patriots offensive lineman and fellow German native Sebastian Vollmer (front center).

Dann, in seinen frühen Teenagerjahren, fand er die Scorpions in seiner Heimatstadt Stuttgart. "Als meine Mutter mich vom ersten Football-Training abholte, war ich müde und glücklich", erzählt Jakob. "Sie hoffte, dass dieser Sport mich endlich von den Problemen in der Schule befreien würde. Football ist körperlicher, man wird ermutigt, seine Körperlichkeit einzusetzen und groß zu sein. Außerdem gibt es diesen Aspekt der Teamarbeit und Kameradschaft, den ich sehr schätze."

In der Schule war er zumindest in einem Fach sehr gut, nämlich in Englisch, das er seit der ersten Klasse belegte. Englisch sollte später nicht nur für sein Studium, sondern auch für seine berufliche Laufbahn wichtig werden. In der Zwischenzeit versuchte er weiterhin, diesen neuen, ungewohnten Sport zu lernen.

"Als Schwarzes Kind in Deutschland geht jeder davon aus, dass man mehr mit Amerika zu tun hat, als es wirklich der Fall ist", stellt Jakob fest. "Jeder denkt, dass man Basketball spielen kann und dass man NFL-Football kennt. Damals kannte ich nicht einmal die Regeln."

Then-linebacker Jakob Johnson (center, 52) with some of his teammates from the 2012 Stuttgart Scorpions youth team.

Jakob und einige seiner neuen Scorpions-Freunde vertieften ihr American-Football-Studium durch das beliebte Videospiel Madden. "Davor", lacht er, "ging es nur darum, eine Route zu laufen, einen Ball zu fangen und zu versuchen, so weit wie möglich zu laufen. Ich habe die Regeln erst anderthalb Jahre nach meinem ersten Training wirklich verstanden." Doch schon bald wurde einigen in seinem Umfeld klar, dass dieses Spiel zu Jakob passte. Linebacker spielen, das fiel ihm nicht schwer.

American Football ist in Deutschland tief verwurzelt, was zum Teil auf die früheren Bemühungen der NFL zurückzuführen ist, Profiteams wie die der ehemaligen NFL Europe League zu fördern, aber auch auf die langjährige Militärpräsenz der Vereinigten Staaten im Land.

Die Scorpions und andere deutsche Teams importierten häufig amerikanische Spieler, um ihren Kader mit Wissen, Können und Tiefe zu bereichern. Einer der Spieler des Stuttgarter Herrenteams, Quarterback Tom Schneider aus Michigan, nahm Jakob nach einem Spiel zur Seite und sagte, er habe das Gefühl, dass Jakob das Zeug dazu habe, in den Vereinigten Staaten zu spielen, möglicherweise sogar auf College-Ebene. "Das hat mich angespornt", verrät Jakob, "mich noch mehr anzustrengen und Football ein wenig ernster zu nehmen. Wenn er das sagt, könnte etwas Wahres dran sein."

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Der gute alte College-Trick

Ohne jegliche Ahnung vom amerikanischen College Football machten sich Jakob und ein Freund sofort daran, das Internet danach zu durchforsten. Sie wollten alles darüber erfahren. Ein paar Wochen später fassten sie den Plan, ein Word-Dokument zu erstellen, in dem alle renommierten College-Football-Schulen mit den Namen und E-Mail-Adressen aller Defensivtrainer aufgeführt waren.

Jakob schickte dann Nachrichten an Hunderte von Schulen und fügte diesen ein Video seiner besten Spielszenen, Filmaufnahmen von seinen Trainingseinheiten und die Bitte um eine Chance bei. Nur drei Universitäten antworteten überhaupt, jede mit einer ähnlichen Bitte: Sie wollten Jakob zunächst gegen amerikanische Spitzentalente spielen sehen. Ob er denn nicht hier in den Vereinigten Staaten auf eine Vorbereitungsschule oder eine Highschool gehen könnte?

Jakob hatte Glück. Es stellte sich heraus, dass eine Tante und andere Verwandte in Jacksonville, Florida, lebten. Im Sunshine State ist es möglich, bis zum Alter von 19 Jahren Highschool Football zu spielen. Obwohl er bereits im Frühjahr 2013 in Deutschland die Schule abgeschlossen hatte, würde Jakob erst im Dezember desselben Jahres seinen 19. Geburtstag feiern. Ihm blieb in der Theorie also genug Zeit, um einige Kurse zu belegen und die Anforderungen für einen US-Highschool-Abschluss zu erfüllen.

Jakob nahm an verschiedenen Englischtests in Deutschland teil und erzielte solide Ergebnisse. Seine Familie in Jacksonville erklärte sich bereit, ihn aufzunehmen – und das tat auch Jean Ribault, die örtliche Highschool. Im Juli 2013 kam Jakob in Florida an, in der Hoffnung, sich seiner Tante nicht länger als ein Jahr aufzudrängen. Er hielt sein Wort und war bereits nach der Hälfte dieser Zeit wieder weg.

"Damals fühlte sich das alles nicht wie eine so große Entscheidung an", gesteht er mit seinem ansteckenden Lachen. "Ich hatte neben dem Football nichts, was mich dazu gebracht hätte, mich an einer Universität in Deutschland zu bewerben. Ich hatte keine Ahnung, dass ich durch genau diesen Football ein Stipendium in den USA bekommen würde. Ich dachte nur: 'Ich probiere das mal aus und schaue, ob es funktioniert. Nächstes Jahr werde ich wahrscheinlich wieder in Deutschland sein. Das war meine Denkweise im Juli. Doch im Januar war ich dann an der University of Tennessee und bereitete mich auf die Footballsaison vor."

Doch zunächst musste er den Kulturschock der Realitäten in seiner neuen Heimat überwinden.

"Wenn man eine internationale Herkunft hat", sagt er, "hat man eine verzerrte Sichtweise auf das Leben in Amerika, weil man nur popkulturelle Referenzen hat. Aber meine Familie lebt in Duval County, einer der raueren Gegenden in Florida. Ich glaube, ich bin dort aufgefallen."

"Im Sommer joggte ich vom Haus meiner Tante zur Highschool. Es war wirklich nicht weit, aber es ging durch einige rauere Gegenden. Ich glaube, jeder wusste, dass das dieser seltsame deutsche Typ war, der jetzt hier zur Schule geht. Niemand hat mir Ärger gemacht, aber ich glaube, die Leute waren ein bisschen verwirrt von dem, was ich gemacht habe."

Auch wenn die Einheimischen verwirrt waren von diesem selbsternannten "Dummkopf" von einem Ausländer, dauerte es nicht lange, bis sie ihn und seine Leidenschaft für American Football in ihr Herz geschlossen hatten. Einige von Jakobs neuen Mannschaftskameraden an der Jean Ribault standen kurz davor, die Schule abzubrechen, als Jakob zu ihnen stieß. Sie ließen sich von seinem Vorhaben inspirieren. "Hey", dachten sie, "wenn dieser deutsche Junge, der gerade hier aufgetaucht ist, glaubt, dass er es auf ein College schaffen kann, habe ich vielleicht auch eine Chance."

Jakob Johnson working out as part of the NFL's International Player Pathway Program in early 2019.

Das Team, die Jean Ribault Trojans, beendete die Saison 2013 mit sieben Siegen und vier Niederlagen – gut genug für die Playoffs, aber nicht gut genug fürs Weiterkommen. Während dieser Saison schickte ein Teamkollege von Jakob, der einen Verwandten im Team der University of Idaho hatte, die Nachricht, dass die Idaho Vandals sich den deutschen Jungen vielleicht einmal ansehen sollten. Die College-Trainer folgten dem Hinweis und waren die ersten, die Jakob ein Stipendium anboten.

Rutgers, Tulane, Syracuse und die University of Central Florida folgten bald. Einige Schulen aus der SEC – der elitärsten und wettbewerbsfähigsten Konferenz des College Football – bekundeten ebenfalls Interesse, aber keine machte Jakob ein Angebot. Dann traf Jean Ribault in einem hochkarätigen Spiel auf Baker County, eine Schule, die ebenfalls einige vielversprechende Talente in ihren Reihen hatte.

"Ich habe ziemlich gut gespielt – ein paar Tackles, ein Pick", erinnert sich Jakob. An diesem Tag war der Defensive Backs Coach der University of Tennessee, Willie Martinez, anwesend. Er informierte nach dem Spiel Linebacker Coach Tommy Thigpen, dass er Jakob einen Besuch abstatten sollte.

Wearing 44 throughout college in honor of his friend Florian, Jakob Johnson played all four of his years at the University of Tennessee.

Es geschah an einem ganz normale Highschool-Schultag: "Sie holten mich aus dem Unterricht. Als ich das Büro betrat und Coach Thigpen sah, wie groß ich war, sagte er: 'Wir müssen diesem Jungen ein Angebot machen.' Das hat mir natürlich einen enormen Auftrieb gegeben. Ich dachte jetzt schon, dass ich der Größte bin", sagt Johnson bei der Erinnerung und lacht.

Am Ende seiner Highschool-Saison stattete Jakob der University of Tennessee einen offiziellen Besuch ab und sah, wie das Team am 23. November eine 10:14-Niederlage gegen Vanderbilt kassierte. Doch Niederlage hin oder her, die Volunteers hatten ihn bereits für sich gewonnen. "Sie haben mich schnell in ihren Bann gezogen", gibt er zu. Kaum fünf Monate nach seinem ersten Aufenthalt in den USA verpflichtete sich Jakob Johnson, College Football in Tennessee zu spielen.

Ein Jahr später – 364 Tage, um genau zu sein – kam er zu seinem ersten Einsatz als Linebacker und erzielte drei Tackles gegen Missouri. Dabei trug er die Trikotnummer 44, eine Hommage an seinen verunglückten Freund und ehemaligen Teamkollegen Florian Hansen.

Dennoch wussten seine Trainer nicht so recht, was sie mit diesem rohen Athleten anfangen sollten. Nachdem sie ihn kurzzeitig als Defensive End ausprobiert hatten, schulten sie ihn in seinem zweiten Jahr zum Tight End um. In den folgenden beiden Spielzeiten kam er in allen 13 Spielen der Volunteers zum Einsatz, vor allem in den Special Teams.

Manche würden seine vierjährige Karriere in Knoxville als überragenden Erfolg bezeichnen. Aber nicht Jakob, der freimütig gesteht: "Ich habe Tennessee mit einer Menge Bedauern verlassen, was das Schlimmste ist, was einem passieren kann. Ich kehrte geknickt nach Deutschland zurück."

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Ein neuer Weg tut sich auf

Bereits seit 2004 experimentiert die National Football League mit Möglichkeiten, talentierte internationale Sportler zu American-Football-Spielern zu entwickeln. Die jüngste Initiative, das NFL International Player Pathway Program (IPP), begann 2017, in Jakobs Abschlussjahr an der University of Tennessee. Vertreter des Programms bekundeten ihr Interesse, dass er in der Offseason 2018 daran teilnimmt.

Als Jakobs Saison 2017 und seine Karriere in Tennessee durch eine Verletzung am Ende der Spielzeit vorzeitig beendet wurden, informierte er die Verantwortlichen des Pathway-Programms, dass er nicht rechtzeitig wieder gesund werden würde. Das, so nahm er an, bedeutete das Ende seines American-Football-Experiments.

"Ich hatte es bis hierhin geschafft und ein wenig SEC-Football gespielt, aber ich hatte keinen ausreichenden Lebenslauf, um mir auch nur eine Chance in der NFL zu verdienen. Als Sportler denke ich nach vier Jahren: 'Hätte ich X, Y und Z anders gemacht … Hätte ich härter arbeiten können, mehr Zeit mit meinen Trainern verbringen können etc.' Mein ursprünglicher Plan war es, in den Vereinigten Staaten weiter zur Schule zu gehen, vielleicht sogar Medizin zu studieren."

Jakobs ehemalige Mannschaftskameraden in Deutschland wollten davon nichts hören. Sie glaubten an sein Talent und drängten ihn, es noch einmal mit dem Sport zu versuchen, zurück in Stuttgart bei den Scorpions. Nach Monaten der Reha und der Bitten seiner Freunde lenkte er schließlich ein.

Die Scorpions bezahlten Jakob und seiner Freundin, gebürtig aus Nashville, die er in Tennessee kennengelernt hatte, den Flug nach Deutschland. Sie sollte dort ihr Studium beenden und er einen bezahlten Job finden, während er in seiner Freizeit für Stuttgart spielte. 43 Pässe für 474 Yards und vier Touchdowns fing er in einem Dutzend Spielen für die Scorpions 2018.

"Ich habe es einfach als eine Gelegenheit gesehen", erklärt er, "eine weitere Saison mit all den Freunden zu spielen, die ich in meiner Kindheit kennengelernt hatte und die immer für mich da waren und mich während meiner Zeit in den Vereinigten Staaten auf dem Laufenden hielten. Es ging mehr um die Liebe zum Spiel. In Deutschland werden einige Spieler bezahlt, um zu spielen. Aber zu diesem Zeitpunkt spielten viele Jungs umsonst, einfach weil sie Football lieben."

Then-tight end Jakob Johnson implores his teammates on the adult squad of the Stuttgart Scorpions during a 2018 game in Germany.

"Es war ein schönes Jahr, definitiv herausfordernd, ich bin wieder bei meiner Mutter eingezogen und habe alle möglichen Gelegenheitsjobs gemacht, während ich für die Scorpions gespielt habe, aber es hat mich daran erinnert, warum ich mit diesem Sport überhaupt angefangen habe."

Am 24. Juni 2018 besuchten Scouts der NFL das Spiel der Stuttgarter gegen den Erzrivalen, die Schwäbisch Hall Unicorns, deren Starspieler für das Pathway-Programm in Frage kam. Obwohl die Scorpions eine 0:38-Niederlage einstecken mussten, sprachen IPP-Vertreter Jakob anschließend an und luden ihn erneut zu einem Tryout in London ein.

Verblüfft ergriff er dieses Mal die Gelegenheit. Er gab seine Pläne, Rettungssanitäter zu werden, auf und investierte das wenige Geld, das er gespart hatte, in einen Personal Trainer. Jakob beeindruckte bei seinem Probetraining im Oktober 2018 und erhielt im Dezember eine offizielle Einladung, im Frühjahr 2019 wieder am Pathway-Programm in den USA teilzunehmen. "Ich sah es als eine zweite Chance an", sagt er. "Ich nahm all die negativen Dinge aus meiner College-Erfahrung und versuchte, sie zu verbessern."

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Für Florian

Mosi Tatupu, Kevin Turner, Sam Gash, Keith Byars, Marc Edwards, James Develin – einige der bekannteren Namen, die im Laufe der Jahrzehnte als Fullback für New England gespielt haben. Jakob hatte keine Ahnung, dass er für ein Team mit einer solchen Tradition auf dieser Position bestimmt war. Dass der Positionswechsel von Tight End auf Fullback so richtungsweisend sein würde. Auch konnte er nicht ahnen, dass das Schicksal es noch einmal gut mit ihm meinte.

Nicht allen Teilnehmern des IPP wird garantiert, dass sie einem NFL-Team zugewiesen werden, und selbst dann haben sie keine Garantie, dass sie über das Trainingslager hinaus bei diesem Team bleiben. Hinzu kommt, dass nur eine Handvoll Teams pro Saison von der NFL zur Teilnahme an dem Programm aufgefordert wird. New England und die anderen drei Teams der AFC East wurden 2019 ausgewählt. Genau zu dieser Zeit hatte Jakob genug Potenzial auf seiner neuen Position gezeigt, dass er an die Patriots delegiert wurde. An ein Team, das mit James Develin bereits einen Pro-Bowl-Fullback unter Vertrag hatte.

"Ich hatte Glück", betont Jakob, "hierher geschickt zu werden. Von allen Orten ist dies der beste, an den man als Fullback geschickt wird." Wie sich herausstellte, war es auch für die Patriots ein Glücksgriff. Johnson schaffte es zunächst in den Trainingskader der Patriots, aber nachdem sich Develin am 2. Spieltag eine Nackenverletzung zugezogen hatte und seine Saison und Karriere beenden musste, beförderte New England Jakob in den aktiven Kader. Sein NFL-Debüt gab er am 3. Spieltag gegen die Jets – und im darauffolgenden Spiel gegen Buffalo kam er zu seinem ersten Einsatz.

Anfang Oktober 2019 fing er gegen Washington seinen ersten NFL-Pass, verletzte sich aber wenige Tage später in einem Abendspiel gegen die Giants so schwer, dass die Saison für ihn beendet war.

Nach dem Rücktritt von Develin im April 2020 schaffte es Johnson in der vergangenen Saison erneut in den 53-Mann-Kader und war im September 2020 gegen die Seahawks der erste Absolvent des Pathway-Programms, der einen Touchdown erzielte.

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Wenn Jakob Johnson heute nach Deutschland zurückkehrt, schaut er bei den Spielen der Scorpios vorbei und trifft auf Fans, die sein Patriots-Trikot mit der Nummer 47 tragen. Was würde wohl Florian von all dem halten? Der Gedanke bringt offensichtliche Freude in Jakob Johnsons Stimme, als er laut darüber nachdenkt.

"Oh, Mann, ich denke, er wäre wahrscheinlich überrascht, weil ich nicht so ein guter Spieler war, als wir zusammen gespielt haben. Aber ich denke auch, er wäre wirklich begeistert und würde sich für mich freuen, dass es geklappt hat. Wenngleich ich seine Nummer nicht mehr trage (Anmerkung: sondern die Nummer 47), tue ich jetzt wahrscheinlich mehr, um sein Vermächtnis zu ehren, als ich es zu College-Zeiten jemals getan habe."

Die NFL ist bestrebt, ihre Serie von internationale Regular-Season-Spielen über London und Mexiko-Stadt hinaus auszuweiten. So gab die Liga zu Beginn der Saison 2021 bekannt, dass drei deutsche Städte als Austragungsorte für künftige Spiele in Betracht gezogen werden.

Darüber hinaus haben mehrere NFL-Franchises in bestimmten Ländern der Welt Marketingrechte (HMA) erhalten, die es diesen Teams erlauben, in der jeweiligen Nation für sich zu werben. In Deutschland sind vier Teams vertreten, darunter New England. Das bedeutet, dass Jakob Johnson bald in sein Heimatland zurückkehren könnte, um als Patriot American Football zu spielen. "Ich drücke die Daumen", sagt er. "Ich werde alles geben, damit das passiert."

Dieser Artikel erschien zuerst in englischer Sprache auf Patriots.com.

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