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Patriots, Giants und die (fast) perfekte Saison

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In der Geschichte der NFL ist bislang nur einem einzigen Team die perfekte Saison ohne Niederlage und mit Happy End gelungen: 1972 konnten die Miami Dolphins all ihre 14 Spiele in der Regular Season gewinnen und sich daraufhin sowohl in den zwei Playoff-Spielen durchsetzen als auch im Super Bowl VII gegen die Washington Redskins überzeugen.

35 Jahre nach dem historischen Erfolg der Dolphins hätten die New England Patriots das große Kunststück beinahe wiederholen können. Alle 16 Regular-Season-Spiele wurden von Tom Brady, Randy Moss und Co. gewonnen – und auch in den Playoffs sah es zunächst gut aus. Bis am 3. Februar 2008 die große Enttäuschung folgte. Underdog Eli Manning und seine Giants zerstörten im Super Bowl XLII den Traum von der perfekten Pats-Saison.

Aber von vorn.

Die Preseason 2007 startete wenig erfolgreich für die New England Patriots. Die ersten beiden Spiele gegen die Tampa Bay Buccaneers und Tennessee Titans gingen verloren. Erst gegen die Carolina Panthers und die New York Giants konnten sich die Pats durchsetzen.

In der regulären Spielzeit machten die New England Patriots dann jedoch direkt dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Während der Offseason hatte Bill Belichick gleich zwei Top-Receiver nach New England geholt: Wes Welker und Randy Moss. Beide fingen im ersten Saisonspiel gegen die New York Jets jeweils einen Touchdown-Pass von Tom Brady. Die Partie endete deutlich mit 38 zu 14.

Exakt das gleiche Ergebnis gab es in Woche 2 gegen die San Diego Chargers. Und auch am nächsten Spieltag konnte die Offense 38 Punkte aufs Brett zaubern – der Divisionsrivale aus Buffalo kam hingegen nur auf 7. Deutliche Siege und viele Punkte gab es dann auch den Rest der Saison. Gegen die Redskins etwa gelang Brady und Co. ein 52 zu 7. Beim Rückspiel in Buffalo lautete das Ergebnis am Ende 56 zu 10.

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Allerdings wurde es auch immer mal wieder spannend. Am 4. November ging es zu den Colts und Peyton Manning, die bis dato ebenfalls ungeschlagen waren. Im vierten Viertel lagen die Pats noch mit 10 Punkten zurück, doch dann wurde Tom Brady endlich wach. Innerhalb von vier Minuten warf er zwei Touchdowns und brachte sein Team in Führung – Endstand: Patriots 24, Colts 20.

Auch das Spiel gegen die Ravens in Woche 13 war kein Zuckerschlecken. Zur Halbzeit stand es 10 zu 10, am Ende des dritten Viertels 17 zu 17. Und dann gingen die Ravens zum dritten Mal in Führung. Nach einem erfolgreichen Field Goal und einem Touchdown 55 Sekunden vor Schluss konnten die Pats das Spiel jedoch auf 27 zu 24 drehen und den Traum von der perfekten Saison weiterhin am Leben halten.

Auf der Mission zum perfekten Ende reisten die Patriots zwei Tage vor Silvester nach New York zu den Giants. Beide Teams hatten ihren Playoff-Platz schon sicher, Tom Brady warf 2 Touchdowns, Eli Manning sogar 4. Doch zum Schluss reichte es für die Pats – wenn auch knapp. Mit einem 38 zu 35 beendeten sie das letzte Saisonspiel.

Die Playoffs: Der Weg zum Glück

In der Divisional Runde der Playoffs kamen die Jaguars zu Besuch nach Foxboro. Das Team aus Jacksonville hatte es in der Wild Card Runde geschafft, die Steelers im Heinz Field zu übertrumpfen. Für eine Überraschung gegen die Patriots reichte es dann am 12. Januar aber nicht. Tom Brady warf 262 Yards und drei Touchdowns und führte sein Team vor heimischer Kulisse zu einem 31-20-Sieg.

Im AFC Championship Game kam es zum Wiedersehen mit den Chargers, damals noch aus San Diego. Die Truppe rund um Philip Rivers hatte in der Wild Card Runde die Titans rausgeworfen und in der Divisional Runde die starken Colts besiegt. Dabei zog sich Rivers einen Kreuzbandriss zu, was ihn jedoch nicht daran hinderte, das komplette AFC Championship Game in New England zu spielen. "Dass er gespielt hat, war einfach unglaublich. Sie haben ein gutes Spiel gezeigt", sagte Tom Brady später über den Einsatz seines Kollegen. Genützt hat es den Chargers letztlich nichts: Sie erzielten nicht einen einzigen Touchdown und die Patriots beendeten die Partie mit einem 21-12-Sieg und einem Ticket für den Super Bowl.

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Die Preseason war mit einem Sieg gegen die Giants geendet. Die Regular Season endete mit einem Sieg gegen die Giants.

Am Ende der Playoffs warteten nun erneut die Giants.

Es war der 3. Februar 2008. Der Super Bowl fand in diesem Jahr im Stadion der Cardinals in Glendale, Arizona statt und natürlich waren die Patriots nach ihrer dominanten Saison klarer Favorit. Die Giants hatten in der Regular Season gerade mal eine 10-6 Bilanz geschafft und kämpften sich über die Wild Card Runde und einem knappen Playoff-Spiel nach dem nächsten ins Finale. Doch dort gelang ihnen eine der größten Überraschungen der NFL-Geschichte.

Das Team aus New York startete den Super Bowl XLII mit dem längsten Drive der Super-Bowl-Historie. 9 Minuten und 59 Sekunden brauchten Eli Manning und seine Jungs für 63 Yards, bis sie letztlich aber nur ein Field Goal verwandelten. Im ersten Play des zweiten Viertels brachten die Patriots zum ersten Mal Punkte auf die Anzeigetafel: Running Back Laurence Maroney erzielte nach einem 1-Yard-Lauf den ersten Touchdown der Partie. Bis zum vierten Viertel sollte sich am Punktestand 7-3 für die Patriots nichts ändern.

Nach 3 Minuten und 55 Sekunden im letzten Abschnitt des Spiels schafften dann jedoch auch die Giants ihren ersten Touchdown des Abends. Aber die Patriots meldeten sich zurück: Tom Brady und Randy Moss sorgten 2 Minuten und 42 Sekunden vor Abpfiff für die 14-10-Führung aus Patriots-Sicht. Und dann passierte es. Eines der größten Super-Bowl-Plays aller Zeiten … und aus Patriots-Sicht ein Play zum Vergessen. Eli Manning entwischte dem Pass Rush und feuerte einen Pass über das Feld auf Receiver David Tyree. Der sprang höher als Pats-Safety und Ex-Pro-Bowler Rodney Harrison und sicherte sich den Ball, indem er ihn an seinen Helm drückte. Das spektakuläre Play sollte als "Helmet Catch" in die NFL-Geschichtsbücher eingehen – und das Ende des Patriots-Traums vom Super-Bowl-Titel 2008 einläuten. 35 Sekunden vor Abpfiff fing Giants-Receiver Plaxico Burress den finalen Touchdown von Eli Manning und die Giants führten nach dem erfolgreichen Extrapunkt nun mit 17 zu 14. Die 29 verbleibenden Sekunden reichten Tom Brady und Co. nicht, um das Ergebnis noch zu drehen – der Traum war tatsächlich geplatzt.

Super Bowl XLII sollte aber nicht nur wegen des überraschenden Ausgangs oder des "Helmet Catch" ein Endspiel für die Ewigkeit bleiben. Das Spiel war das erste Finale seit Super Bowl XI im Jahr 1975, in dem keines der Teams über 20 Punkte hinauskam. Trotzdem – oder gerade deshalb – gilt der Super Bowl 2008 zwischen den New England Patriots und den New York Giants als einer der besten aller Zeiten. Er brach außerdem den damaligen Rekord für die meisten TV-Zuschauer: 97,5 Millionen Menschen sahen allein in den Vereinigten Staaten zu.

Mit seinem Touchdown-Pass auf Randy Moss wurde Tom Brady zum vierten Quarterback der NFL-Geschichte, der einen Touchdown in vier verschiedenen Super Bowls geworfen hatte. Außerdem war er erst der sechste Quarterback überhaupt, der in mindestens vier Super Bowls startete. Beide Bestmarken sind im Jahr 2019 längst überholt – Tom Brady ist der erfolgreichste Footballspieler aller Zeiten mit sechs Super-Bowl-Titeln auf seinem Konto.

Und auch wenn es 2008 nicht für einen Super-Bowl-Ring reichen sollte, konnten die Patriots nach ihrer unglaublichen Saison so manchen Preis abräumen: Bill Belichick wurde als Coach des Jahres ausgezeichnet, Tom Brady wurde zum Offensiv-Spieler des Jahres sowie zum NFL-MVP gewählt (mit 49 der 50 Stimmen, die andere Stimme ging an Brett Favre).

Das Wiedersehen

Vier Jahre nach der bitteren Niederlage sollten die New England Patriots im Jahr 2012 erneut im Super Bowl auf die Giants aus New York treffen und wieder gingen die Männer um Tom Brady als Favorit in das Spiel aller Spiele. Die Giants hatten eine eher durchwachsene Saison hinter sich, zeigten sich in den Playoffs aber stark. Die Patriots konnten diesmal zwar keine perfekte Saison vorweisen, gingen aber mit einer mehr als ordentlichen Bilanz von 13 Siegen und 3 Niederlagen in die Playoffs. Doch genau wie schon 2008 machte Eli Manning den Pats einen Strich durch die Rechnung: Die Giants holten sich mit einem 21 zu 17 den Titel und Manning wurde erneut als Super-Bowl-MVP ausgezeichnet.

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