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Jakob Johnsons Weg zum ersten NFL-Touchdown

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Diese Story ist immer noch zu schön, um wahr zu sein: Der deutsche Fullback Jakob Johnson hat in seinem sechsten NFL-Spiel seinen ersten Touchdown gefangen. Kurz vor der Endzone der Seattle Seahawks fängt der Stuttgarter den Pass von Quarterback Cam Newton, dreht sich um – Touchdown! Mit seinem insgesamt erst zweiten Catch in der Liga sorgt er damit für eine geschichtsträchtige Premiere: Noch nie zuvor hatte ein NFL-Spieler aus Deutschland einen Touchdown-Pass gefangen. Den ersten deutschen Touchdown überhaupt erzielte Defensive Lineman Markus Kuhn 2014 für die New York Giants, als er mit einem fallengelassenen Ball in die Endzone lief.

Jakob krönt damit seine exzellente Leistung im Training und beim Vorblocken als Fullback. Vor etwa 3 Jahren war dieser NFL-Zirkus noch ziemlich weit entfernt. Als Tight End aus Deutschland in die NFL? Fast unmöglich. Doch Jakob Johnson hat es geschafft! Und das in einem rasanten Tempo.

November 2017: Noch einmal College-Football

Einen Vorteil hatte Jakob immer schon gegenüber vielen deutschen Football-Spielern: Er spielte College-Football in den USA. An der University of Tennessee macht er in vier Jahren knapp 50 Spiele, vor allem in den Special Teams. Am 25. November 2017 läuft er das letzte Mal für sein College-Team auf. Doch weil keine NFL-Franchise an ihm Interesse zeigt, geht Jakob zurück nach Deutschland. Dort spielt er bei seinem Heimatteam, den Stuttgart Scorpions, in der German Football League. Zu diesem Zeitpunkt ist er sich fast sicher, dass seine professionelle Football-Karriere "eigentlich vorbei" sei.

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Oktober 2018: Von Deutschland zurück in die USA

Am 7. Oktober 2018 spielt Jakob Johnson das letzte Mal für die Scorpions. In einem Kantersieg gegen die Ravensburg Razorbacks fängt er sechs Pässe für 77 Yards, läuft einmal für 20 Yards und erzielt einen Touchdown. Durch eine Einladung zu einem Probetraining in London kommt er ins International Pathway Program der NFL, trainiert drei Monate unter Anleitung von NFL-Trainern in Florida und unterschreibt im April 2019 als Teil dieses Programms bei dem New England Patriots.

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Sommer 2019: Training Camp mit Tom Brady & Co.

Weil Jakob schon so früh bei den Patriots unterkommt, kann er alle Einheiten der Training Camps vor der NFL-Saison 2019 mitnehmen. Heißt: Neben Super-Bowl-Helden wie Tom Brady, Julian Edelman oder James White im Training stehen und die Grundlagen des Patriots Way lernen. Schon Mitte August hat er ihn verinnerlicht. "Er arbeitet hart, hat eine großartige Einstellung und will sich jeden Tag verbessern", sagt Coach Bill Belichick über ihn. Genug Gründe, um bei der Kaderverkündung Anfang September für eine Überraschung zu sorgen.

Herbst 2019: Jakob lebt den NFL-Traum – aber muss ihn frühzeitig beenden

Obwohl die New England Patriots durch die Regeln des International Pathway Programs einen zusätzlichen freien Kaderplatz im Practice Squad für Jakob Johnson bekommen, holen sie ihn ins reguläre Practice Squad. Der große Unterschied: Er dürfte im Fall der Fälle in den 53-Mann-Kader berufen werden. Und genau das passiert. Am 21. September reagiert Bill Belichick auf eine Verletzung von Fullback James Develin und aktiviert Johnson für das Spiel gegen die New York Jets. Der Deutsche kommt direkt zum Einsatz und darf vor allem in den Special Teams ran. Ende September hat er gegen die Buffalo Bills seinen ersten Einsatz als Starter und bekommt dabei auch großes Lob aus den USA.

Doch dann der Rückschlag: Am 10. Oktober, in seinem vierten Einsatz für die Patriots, verletzt sich Jakob so schwer an der Schulter, dass er vier Tage später auf die Injured Reserve List gesetzt wird – Saisonaus! Das ist für ihn aber noch lange kein Grund aufzugeben. Er bereitet sich auf die neue Saison vor.

Offseason 2020: Ein alter Konkurrent geht, ein neuer kommt

Die Nackenverletzung von Veteran James Develin zwingt den Fullback zu einem frühen Karriereende mit 31 Jahren. Damit geht auch eine Art Mentor für Jakob Johnson. "James Develin hat sehr hart mit ihm gearbeitet", sagte Bill Belichick noch im Oktober 2019. Für Jakob bedeutet das Karriereende seines Fullback-Kollegen aber auch eine Chance auf einen Platz als dauerhaften Starter der Patriots – wäre da nicht der im März verpflichtete Danny Vitale. Der 26-jährige, der zuvor bei den Green Bay Packers spielte, bringt mehrere Jahre Starter-Erfahrung mit. Ein starker Konkurrent für den Deutschen. 

Dann kommt das Coronavirus – und verändert auch die Situation für Jakob Johnson. In der NFL dürfen sich Spieler dazu entscheiden, vor der Saison auszusetzen. Diese Regelung beeinflusst vor allem die New England Patriots stark. Ende Juli entscheidet sich auch Danny Vitale dazu, die Saison 2020 nicht zu spielen. Damit ist der Stuttgarter Jakob Johnson der einzige echte Fullback im Kader der Pats. Am 5. September 2020 wird er deshalb auch direkt in den 53-Mann-Kader berufen.

NFL-Saison 2020: Im zweiten Spiel der große Moment

Gleich im Spiel gegen die Dolphins kommt Jakob zum Einsatz. Er setzt sofort ein paar gute Blocks und steht regelmäßig auf dem Feld. Vor der Endzone arbeitet er als Vorblocker des neuen Quarterbacks Cam Newton und ermöglicht dem 1,96 m großen Hünen mehrmals wichtigen Raumgewinn.

Am 20. September 2020 spielen Jakob Johnson & Co. gegen die Seattle Seahawks. Das Duell ist ausgeglichen, beide Teams können Touchdowns erzielen und halten das Spiel somit spannend. Anfang des vierten Viertels beim Stand von 17:28 aus Sicht der Patriots steht das Team vor der Endzone der Seahawks. Die Formation der Pats deutet klar auf einen Lauf des Quarterbacks hin, Jakob Johnson ist neben Cam Newton als einziger Running Back aufgestellt. Newton bekommt den Ball vom Center, täuscht einen Lauf an. Jakob läuft über rechts, deutet einen Block gegen Safety Jamal Adams an, lässt ihn aber stehen. Guard Joe Thuney kommt von links und übernimmt den Block. Newton schaut nach rechts, sieht einen freien Mann und wirft den Ball – auf den deutschen Fullback Jakob Johnson.

Man hat das Gefühl, dass das ganze Team sich für ihn freut. Doch auch ganz Patriots-like ist der Jubel nicht allzu groß, weil man immer noch ein Spiel gewinnen muss. Dass diese Denke auch beim Stuttgarter verankert ist, zeigt sich nach dem Spiel. "Es war ein gutes Gefühl, der Sieg wäre mir aber lieber gewesen", sagt er über seinen Touchdown. Man munkelt, dass Bill Belichick bei dieser Aussage gelächelt hat...

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